Motivation zur Gründung der Stiftung am Grunewald

  

“Ask not what your country can do for you – ask what you can do for your country.“

Der o.g. Satz von John F. Kennedy aus dem Jahr 1961 hat mich seit meiner Jugend begleitet. Diese Worte des jungen Präsidenten der vereinigten Staaten von Amerika haben für mich bis heute Gültigkeit. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass bürgerschaftliches Engagement – sei es durch Zeit, Energie oder finanzielle Mittel – zu mehr sozialer Gerechtigkeit, zu gesellschaftlichem Frieden und damit zu einer höheren Lebensqualität beiträgt.Winfried und Karin Wohlfeld

Dafür muss man keinen Verein, keine gGmbH und auch keine Stiftung gründen. Jede und jeder kann sich sozial engagieren, und gerade heute eröffnen sich immer mehr Felder, in denen Unterstützung dringend gebraucht wird. Natürlich soll und darf der Staat nicht aus seiner Verantwortung entlassen werden. Doch unsere Gesellschaft kann ohne private Initiativen und ehrenamtliches Engagement kaum noch funktionieren. Die Abgrenzung zwischen staatlicher Aufgabe und privater Unterstützung wird immer diskutiert werden – sie sollte aber niemanden davon abhalten, aktiv zu werden.


Als ich mich um das Jahr 2009 mit der Gründung einer Stiftung beschäftigte, stand ich am Ende meines Berufslebens und war bereits 65 Jahre alt. Durch die Kombination eines betriebswirtschaftlichen und juristischen Studiums konnte ich erfolgreich als Wirtschaftsanwalt arbeiten. Da ich aus bescheidenen Verhältnissen stamme, war es zunächst mein Ziel, einen soliden Lebensstandard aufzubauen und meiner Familie finanzielle Sicherheit zu ermöglichen. Erst danach entstanden Spielräume, um mich gesellschaftlich zu engagieren.
Meine Herkunft hat mich geprägt und bildet die Grundlage für Werte, die ich bewusst in die Stiftung übertragen habe:
1. Eigenes Schaffen stärkt den Selbstwert. Nur Geld, das man selbst erarbeitet hat, weiß man wirklich zu schätzen. Meine Familie – Kinder wie Enkel – soll eine solide Grundausstattung erhalten, aber ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft bestreiten.
2. Luxus ist kein Wert an sich. Eine Yacht im Mittelmeer, ein Ferrari oder eine teure Rolex – all das steigert meine Lebensqualität nicht. Werte entstehen für mich aus Sinn, nicht aus Status.
3. Die Gesellschaft hat mir Chancen eröffnet – ich gebe zurück. Ich habe in dieser Gesellschaft eine gute Ausbildung erhalten und Geld verdient, das über meinen eigenen Bedarf hinausgeht. Es ist für mich konsequent, einen Teil davon wieder der Gemeinschaft zukommen zu lassen.

Das versuche ich mit meiner Stiftung.
Zum Schluss gilt mein Dank meiner Familie. Sie hat zugestimmt, dass ein großer Teil meines erarbeiteten Vermögens in die Stiftung fließt, und unterstützt mich aktiv – durch Mitarbeit im Vorstand und durch die Begleitung unserer geförderten Projekte.

 

 

Leitbild der Stiftung am Grunewald

 

Die grundlegenden Regeln für das Handeln einer gemeinnützigen Stiftung sind in der Abgabenordnung und in unserer Satzung festgelegt. Dazu gehört insbesondere ein Wirken frei von religiöser, politischer, ethnischer oder sexueller Orientierung. Diese Neutralität bildet das Fundament unserer Arbeit: Sie stellt sicher, dass wir ausschließlich dem Gemeinwohl verpflichtet sind. Gesetzlich sind Begünstigungen etwa durch private Beziehungen untersagt. Wir achten darauf, dass bereits der bloße Anschein vermieden wird.

Darüber hinaus hat sich die Stiftung eigene Leitlinien gegeben, die unser Selbstverständnis und unsere tägliche Arbeit prägen.
Als private Förderstiftung, die ihre Arbeit ausschließlich aus dem vom Stiftungsgründer eingebrachten Stammkapital finanziert, legen wir besonderen Wert auf Effizienz, Transparenz und Wirksamkeit der Projekte, die wir unterstützen. Jeder Euro, den wir vergeben, soll möglichst viel bewirken.
Ein hoher Anteil ehrenamtlicher Arbeit verdient unsere besondere Wertschätzung. Ehrenamt ist Ausdruck von persönlicher Haltung, Verantwortungsbewusstsein und gesellschaftlicher Verbundenheit. Projekte, die auch auf freiwilligem Engagement beruhen, zeigen oft eine außergewöhnliche Authentizität und Nähe zu den Menschen, denen sie helfen. Diese Haltung unterstützen wir ausdrücklich.

Förderung ist Partnerschaft

Wir achten darauf, in welchem Umfang Antragsteller bereit sind, eigene Ressourcen einzusetzen – sei es durch Zeit, Fachwissen oder finanzielle Mittel. Die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Vorhaben zu übernehmen, ist für uns ein wichtiges Zeichen von Ernsthaftigkeit und innerer Motivation. Förderung verstehen wir als Partnerschaft, nicht als einseitige Leistung.
Wir möchten Chancen eröffnen, Perspektiven schaffen und Talente fördern, die sonst unentdeckt blieben. Junge Menschen, die durch schwierige Lebensumstände, fehlende finanzielle Mittel oder mangelnde Unterstützung ausgebremst werden, sollen durch unsere Förderung die Möglichkeit erhalten, ihre Potenziale zu entwickeln die sie dann in die Gesellschaft einbringen können.

Bei der Auswahl verschiedener zu fördernder Projekte achten wir darauf, welche nach unserer Meinung den höchsten gesellschaftlichen Mehrwert besitzen.
Alle von uns geförderten Projekte genießen unsere hohe Wertschätzung. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit beruht auf gegenseitiger Verlässlichkeit - Antragsteller dürfen sich auf die Verlässlichkeit unserer Zusagen verlassen. Ebenso erwarten wir Wertschätzung für unsere Unterstützung.

Für den Vorstand der Stiftung am Grunewald

 

Winfried Wohlfeld
Stiftungsgründer